Blende, Belichtung, ISO: So trifft das Licht auf den Film (oder Sensor)!

Viele Begriffe im Film – damit auch später in der Videografie – wurden von der Fotografie übernommen und sind auch nach über einem Jahrhundert noch gültig.

Blendenzahl:

Diese Zahl ist ein Indikator für die Größe der Blende – also der Öffnung, durch die das Licht auf den Film (oder Sensor) einfallen kann. Die Zahl ist abhängig von Objektiv, Brennweite, Film- oder Sensorgröße, doch es gilt immer: Je kleiner die Zahl, desto weiter ist die Blende geöffnet und desto heller wird das Bild. Gleichzeitig wird bei kleinerer Blendenzahl auch der Schärfebereich kleiner, was einerseits zu einem schönen Unschärfeeffekt im Hintergrund führen kann, allerdings erfordert, dass man die Schärfe exakt einstellt.

Belichtungszeit:

Wie lange wird ein Bild bzw. ein Frame auf dem Film oder dem Sensor belichtet? Je länger die Zeitspanne ist, desto heller wird das Bild. Die Zahl wird bei sehr kurzen Belichtungszeiten als Bruch (1/10 = 0,1 Sekunden, 1/50 = 0,02s,… ) oder bei längeren Belichtungszeiten in Kommastellen angegeben (0,2 , 0,5 , 1 Sekunde, …).

ISO-Zahl bzw. Gain:

Wird in der analogen Fotografie noch mit der ISO-Zahl die Empfindlichkeit des Films angegeben, so ist die ISO-Zahl bei digitalen Fotokameras eine Umrechnung auf die Signalverstärkung der Sensorsignale. Im Videobereich finden wir dB (Dezibel) als Zeichen für die digitale Verstärkung. 0dB = keine Verstärkung, +3dB, +6dB,… gibt die Anhebung des Signals in Dezibel an. Das Bild wirkt heller aber auch „verschmutzter“.

Zusätzlich zu den obigen drei Begriffen gibt es in der digitalen Fotografie und im Videobereich noch den Weißabgleich:

Der Weißabgleich zeigt in Kelvin die Farbtemperatur von echtem Weiß an. Passt diese nicht, so haben Fotos und Videos oft einen Farbstich. Der Weißabgleich passiert übrigens nur digital, d.h. weder das Objektiv noch der Sensor haben ein Problem mit den verschiedenen Farbspektren des Lichts. Nur die Software, die ein schönes Bild auf das Speichermedium zaubert, braucht unsere Unterstützung.

 

Generell sind die „Auto“-Modi bei Kameras mittlerweile sehr gut. Dennoch wollen wir in manchen Situationen auch kreativ eingreifen können.

Basissetup:

Gain: 0dB (außer bei wirklich schlechtem Licht)

Blende: im mittleren Bereich

Belichtungszahl: 1/100 – 1/150

Den Gain greifen wir als letztes an, denn dieser greift in die Bildqualität ein. Eine Belichtungszahl von 1/50-1/100 bedeutet, dass jedes Bild genau so lange belichtet wird, wie es erscheint – oder eben die Hälfte davon. Kürzere Belichtungszeiten machen bei Sportaufnahmen Sinn. Ist das Licht zu intensiv, kann der ND-Filter (Neutral Density) vorgeschaltet werden.

Die Blende im mittleren Bereich hilft dem Autofokus beim Ausgleich von dynamischen Abständen bzw. sorgt dafür, dass innerhalb eines Objekts keine Unschärfe auftritt.

In Interviewsituationen kann es schön aussehen, wenn der Hintergrund stark unscharf ist. In diesem Fall öffnen wir die Blende so weit wie möglich (kleine Blendenzahl) und zoomen das Objekt an uns heran. Dadurch fällt aber auch mehr Licht auf den Sensor – die Teilautomatik der Kamera wird die Belichtungszeit erhöhen wollen. Oder: Wir schalten noch einen ND-Filter dazu.

 

Dynamische, sportliche Aufnahmen wollen wir eventuell im Detail festhalten und dabei keine Bewegungsunschärfen sehen. Auch der Autofocus schafft nicht immer alle Abstände auszugleichen. Durch die Verkürzung der Belichtungszeit und die Verkleinerung der Blende (hohe Blendenzahl) erreicht man zwar dieses Ziel, braucht dafür jedoch starkes Tageslicht.

 

Licht ist generell der Schlüsselfaktor zu guten Bildern und zeigt den Unterschied zwischen 2.000 Euro Kameras und 100.000 Euro Setups.

 

Gute Ausleuchtung und Reflexion verhindern Überbelichtungen mit gleichzeitigem Schatten z.B. im Gesicht. Bei der Motivgestaltung muss es immer Ziel sein, den Dynamikumfang möglichst in den Grenzen der Kameratechnik zu halten, gleichzeitig aber auch auf Betonungen zu achten (Gesicht heller als Hintergrund,…). Bei schlechten Lichtsituationen helfen entweder ein sauteures Objektiv oder Scheinwerfer.

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